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Religion an der Hochschule

Konsultation "Religion an der Hochschule" am 20.01.2017

Zur Konsultation „Religion an der Hochschule“ trafen sich am 20. Januar 2017 im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) rund fünfzig Vertreterinnen und Vertreter aus den Evangelischen Studierendengemeinden und den Landeskirchenämtern sowie geladene Gäste aus befreundeten Organisationen, u. a. vom Katholischen Forum Hochschule und Kirche (FHoK).
Eingeladen hatte der Bundesverband der Evangelischen Studierendengemeinden aufgrund der aktuellen öffentlichen Diskussion, inwieweit die Ausübung von Religion einen Platz an den Hochschulen hat. Zunächst stellte Corinna Hirschberg Ergebnisse einer internen Umfrage in den ESGn und EHGN vor. Eine Einschätzung aus ihrer jeweiligen Perspektive gaben anschließend Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prof. Dr. Hans Michael Heinig, Leiter des Kirchenrechtlichen Instituts der EKD. In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden die vielfältigen Probleme und entwickelten Handlungsmöglichkeiten. Der Klärungsprozess ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Gestaltung des universitären Lebens auf dem Campus.

Pressemitteilung der EKD als Download

Protokoll der Konsultation als Download

Vortrag von Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Foto: ESG-Geschäftsstelle
Vortrag von Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Foto: ESG-Geschäftsstelle

Standortbestimmung der Bundes-ESG
auf der Grundlage eines Beschlusses der Vollversammlung.

Als Bundesverband der Evangelischen Studierendengemeinden (Bundes-ESG) beschäftigt uns das Thema „Religionsfreiheit im akademischen Umfeld: Verständnis und praktische Umsetzung“. Im Austausch zwischen den Orts-ESGn stellen wir fest, dass die Möglichkeiten, als religiöse Gruppen an Hochschulen und Universitäten aufzutreten, sehr unterschiedlich sind.

Wir nehmen die Tendenz wahr, dass Religionsfreiheit an einigen Hochschulen / Universitäten zunehmend nicht als Freiheit für Religion, sondern als Freiheit von Religion interpretiert wird. Wir hinterfragen die gängige Auslegungspraxis, dass die negative Religionsfreiheit die einzig mögliche Interpretation darstellt.

Im Sinne eines umfassenden Diversitykonzeptes ist Religiosität als eine menschenbestimmende Dimension wahrzunehmen (www.charta-der-vielfalt.de). Ihr Vorkommen im Kontext des universitären Lebens und der Diskurs darüber erweitern den Horizont der Studierenden und Mitarbeitenden, unabhängig von der eigenen Religionszugehörigkeit.

Das Lernen gegenseitiger Akzeptanz ist notwendig, damit Menschen ihre Persönlichkeit positiv entwickeln können. Das Bereitstellen öffentlicher Räume für Religionen verpflichtet diese, sich dem Diskurs zu stellen und  verhindert, dass sie in ein Nischendasein abgedrängt werden.
Daher sehen wir geistige Freiräume konkret dann bedroht, wenn das Thema Religion beispielsweise aus Angst vor Diskriminierung Anders- oder Nichtglaubender aus der akademischen Öffentlichkeit herausgehalten wird. Umgekehrt verpflichtet der öffentliche Diskurs die Religionsgemeinschaften zur aufrichtigen Klärung der Definition missverständlicher Begriffe wie zum Beispiel „Mission“.

Wir wünschen uns, dass Religionsfreiheit positiv verstanden wird und nicht zum ideologischen Schlagwort verkommt.

Wir wünschen uns, dass Universitäten und Hochschulen eine Plattform für einen regen Austausch zwischen Mitarbeitenden und Studierenden aller Weltanschauungen und Religionen bieten.

Wir wünschen uns, dass die Besonderheiten der einzelnen religiösen Gruppen ernst genommen werden und als Bereicherung verstanden werden.

Text als Download

Kontakt

Corinna Hirschberg
Bundesstudierendenpfarrerin
Telefon: 0511 1215-149
E-Mail: ch(at)bundes-esg.de

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