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Der Bologna-Prozess

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Studentin mit Notebook

Der 1999 durch eine gemeinsame Erklärung der europäischen Bildungsminister gestartete Bologna-Prozess hat die Aufgabe, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen.
Ziel des Bologna-Prozesses ist es, dass Europa durch die Einführung eines gestuften Studiensystems aus Bachelor und Master mit europaweit vergleichbaren Abschlüssen, die Einführung und Verbesserung der Qualitätssicherung sowie die Steigerung der Mobilität im Hochschulbereich stärker zusammenwächst.

Eine spezielle Frage innerhalb des Bologna-Prozesses sind die sog. ECTS-Credits:Das European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) soll sicherstellen, dass die Leistungen von Studenten an Hochschulen des Europäischen Hochschulraumes vergleichbar und bei einem Wechsel von einer Hochschule zur anderen, auch grenzüberschreitend, anrechenbar sind.

Credit Points sind Leistungspunkte, mit denen der Arbeitsaufwand „gemessen“ wird. Für ein erfolgreich absolviertes Modul (Lehrveranstaltung) vergibt die Hochschule Leistungspunkte Credit Points (CP), die der durchschnittlichen Arbeitslast des Studiums (work load) und der einzelnen Module Rechnung tragen sollen. Grundlage ist die Annahme eines in Stunden gemessenen durchschnittlich zu leistenden Arbeitsaufwandes für das Studium. Die Annahme ist ein Aufwand von 1500–1800 Stunden pro akademischem Jahr, der sich in 60 CP ausdrückt. Ein Leistungspunkt entspricht daher 25 bis 30 Arbeitsstunden, wobei sich die Kultusministerkonferenz für 30 Arbeitsstunden pro CP ausgesprochen hat.
In der Praxis ist die Arbeitsbelastung sehr abhängig von den Studiengängen. Die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes erhebt mit 46 Wochenstunden die höchste Belastung bei medizinischen Studiengängen. Maschinenbau mit 37 Wochenstunden liegt im Mittelfeld, Sozialwissenschaften mit 31 Stunden am Ende des Spektrums.
Hinzu kommt für viele Studierende die Notwendigkeit für Lebensunterhalt und/oder Studiengebühren zu arbeiten. Insbesondere für ausländische Studierende erhöht dies oft erheblich die Belastung.

Eine weitere Veränderung hat die bundesweite Einführung des G8 (Abitur nach 8 Jahren Gymnasium) gebracht:
Damit ist die Zahl derer gestiegen, die zum Zeitpunkt des Abiturs noch nicht volljährig sind. Wenn sie kein freiwilliges Jahr o. ä. einlegen, können sie mit 17 Jahren an die Hochschulen kommen.
Da Bachelor Studiengänge zwischen sechs und acht Semester umfassen, ist es eine realistische Möglichkeit, dass Studierende mit 20 Jahren einen Hochschulabschluss haben.
In der Praxis hat dies wie schon die Verkürzung der Studiengänge dazu geführt, dass das Studium weniger als Lebensphase denn als Berufsausbildung wahrgenommen wird. Auch die Altersstruktur der ESGn hat sich dadurch vielerorts verändert.

 

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Dr. Uwe-Karsten Plisch
Referent für Theologie, Hochschul- und Genderpolitik
Telefon: 0511 1215-143
E-Mail: ukp(at)bundes-esg.de

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