Stellungnahme zur Wohnsituation Studierender

ESG-Pressemitteilung | Fulda, 12.02.2006

+++ Stellungnahme zur Wohnsituation Studierender +++
vom Bundesrat der Evangelischen StudentInnengemeinde in der Bundesrepublik Deutschland
verabschiedet am 12. Februar 2006

Der ESG-Bundesrat nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass sich in den letzten Wochen und Monaten Landeskirchen aufgrund von Sparzwängen dazu entschlossen haben, Wohnheime für Studierende zu schließen. Kirchliche Studierendenwohnheime bieten jungen Menschen aus dem In- und Ausland die Möglichkeit während des Studiums zu erschwinglichen Mieten zu wohnen. Ein Aspekt kirchlicher Studentenwohnheime, den viele sehr schätzen ist die Gemeinschaft und der Austausch mit Studierenden mit unterschiedlichsten Fachrichtungen, Lebensplanungen, Religionen und Wertvorstellungen. Studierendenwohnheime in kirchlicher Trägerschaft bieten den ESGn und damit auch den Kirchen Kommunikationsräume mit diesen Studierenden. Gerade dort wird Kirche Teil der Lebenswelt der Studierenden. Diese Orte der Begegnung aufzugeben stellt einen großen Verlust für die ESGn und damit für die Kirche als Ganze dar.

Wir bitten die Verantwortlichen dringend nach Möglichkeiten zu suchen, die Studierendenwohnheime zu erhalten.

Dass es möglich ist, Wohnheime Kosten deckend zu bewirtschaften zeigen Beispiele wie das Studierendenwohnheim in Marburg oder das evangelische Studienhaus in Leipzig. Wir hören auch mit Freude, dass die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Frankfurt am Main ein neues Wohnheim für Studierende plant. Wir hoffen sehr, dass in der Planung und Ausführung von neuen oder zu sanierenden Heimen der Suche nach Gemeinschaft und Begegnung Rechnung getragen wird. Apartments sind an den Studienorten oft in ausreichendem Maße vorhanden, jedoch für viele Studierende bereits vor der Einführung allgemeiner Studiengebühren kaum zu bezahlen. Die Unterbringung in Wohngemeinschaften ist aus unserer Sicht nicht nur kostengünstiger, sondern fördert auch die Kommunikation. Junge Menschen sollen unter solchen Wohnsituationen lernen, mit Konflikten umzugehen, die das Zusammenleben in einer Gemeinschaft mit sich bringt.

Vereinzelung und Isolation werden zunehmend an den Hochschulen beklagt. Als Kirche und als ESGn dagegen wünschen wir uns, dass möglichst viele junge Menschen andere Erfahrungen machen. Unsere Kirche braucht Räume in denen soziale Kompetenz und christlich begründetes Handeln erlernt werden können. In den ESGn und ihren Wohnheimen wird jungen Menschen dies ermöglicht.

Fulda, den 12.02.2006 Die Mitglieder des ESG-Bundesrates:
Sandra Garmisch, Ursula Jung,  Michael Leonhardi, Gerhard Löhr, Sandrine Nguelé Meyanga, Andreas Rausch

 

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