Neue Meisterschaft entdeckt

ESG-Pressemitteilung | Berlin, Juli 2006

+++ Neue Meisterschaft entdeckt! +++

Stellungnahme des Bundesrates der Evangelischen StudentInnengemeinde in der Bundesrepublik Deutschland (ESG) im Juli 2006

In den Landeskirchen scheint eine neue Meisterschaft entdeckt worden zu sein: Wer wird Sparmeisterin?!

Die sinkenden Kirchensteuereinnahmen werden als Argument angeführt, wenn es um radikale Kürzungen geht. Nachdem in einigen Landeskirchen erkannt wurde, dass das Sparen im Bereich der Studierenden- und Hochschularbeit der falsche Weg ist und dort wieder langsam mehr Mittel und Personal zur Verfügung gestellt werden, beschreiten andere genau diesen Holzweg.

Die Ev. – lutherische Landeskirche Hannovers hat z.B. beschlossen, 50% aller Haushaltsmittel für Personal- und Sachkosten einzusparen. Für die ESG Hildesheim, eine sehr lebendige und an der Universität anerkannte Studierendengemeinde, bedeutet dies die Streichung der Diakonenstelle und die Kürzung der vor einem Jahr neu besetzten halben Pfarrstelle auf eine viertel Stelle. Alle StudentInnenwohnheime in landeskirchlicher Trägerschaft sind von Schließung bedroht.

Die Ev. Kirche im Rheinland setzt auf „Inseln funktionierender Kirchlichkeit“ und verabschiedet sich von der Präsenz an allen Hoch- und Fachschulen. Die Kirche zieht sich sozusagen auf „Leuchttürme“ zurück und schließt so genannte „kleinere Standorte“. Kirche wird aber an der jeweiligen Hochschule nur wahrgenommen, wenn sie an dieser auch wirklich präsent ist: In die Standorte, die erhalten bleiben, wird jedoch nicht massiv investiert, um zu leuchten. Im Gegenteil, auch an diesen Standorten soll gespart werden. Man baut also Leuchttürme und löscht das Licht.
Der Bundesrat der ESG nimmt diese Entwicklungen mit großer Sorge wahr und protestiert im Namen der Studierenden und Lehrenden:
 
Wir brauchen diese Meisterschaft nicht!
Wir brauchen Verantwortliche in der Kirche, die uns in die Überlegungen mit einbeziehen!
Wir engagieren uns gern ehrenamtlich, aber wir wollen auch beteiligt und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden!
Als Glieder einer StudentInnengemeinde brauchen wir professionelle Begleitung durch Hauptamtliche und fordern ein geistliches Versammlungsrecht an allen Orten!

Unsere Hauptamtlichen in den ESGn wagen aus unterschiedlichen Gründen kaum Kritik zu üben. Sie versuchen eher im Hintergrund, Schaden abzuwenden in der Hoffnung: Vielleicht trifft es ja nicht unsere ESG. Das ist ehrenwert, aber meist erfolglos.
Wir fordern die Landeskirchen auf, angesichts der gravierenden Veränderungen an den Hochschulen, sich nicht aus diesem Bereich der kirchlichen Arbeit zurückzuziehen, sondern gemeinsam mit den ESGn am Ort und der Bundes-ESG nach neuen Wegen zu suchen.

Für den Bundesrat
Sandra Gamisch              Andreas Rausch
 (Vorsitzende)              (stell. Vorsitzender)

 

 

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