9,5 Thesen aus Wittenberg

ESG-Pressemitteilung | Wittenberg, 27.01.2007

+++ 9,5 Thesen aus Wittenberg – 490 Jahre danach. +++
Ergebnis der Paralleltagung „Kirche der Befreiung sein“ zum
EKD-Zukunftskongress in Lutherstadt Wittenberg

27.1.2007 Wichtigstes Ergebnis der Tagung von Vertreterinnen und Vertretern der  Evangelischen StundentInnengemeinden (ESG), der Evangelischen Akademikerschaft-Berlin-Brandenburg, des Ökumenischen Netzwerks Initiative Kirche von unten (IKvu) und anderer kirchlicher Verbände in der Evangelischen Akademie Wittenberg, sind die „9,5 Thesen aus Wittenberg“. Sie entstanden in einem intensiven Austausch mit Pfr. Dr. Dieter Becker, Strategieberater aus Frankfurt/Main. Die Thesen sind ausdrücklich theologisch verankert und bieten in konzentrierter Form eine evangelisch angemessene Ausgangsposition für eine Kirche der Zukunft. Sie stellen ein Gerüst zur Verfügung, anhand dessen nun alle kirchlichen Handlungsfelder konkretisiert werden können.

 


THESEN
9,5 Thesen aus Wittenberg – 490 Jahre danach

Fest im Glauben an Jesus Christus.
THESE 1: Gottes Schöpfungshandeln konstituiert das Handeln der Christinnen und Christen in der Welt. Verantwortung für die Welt und was darinnen ist prägt evangelisches Grundverständnis.

THESE 2: Menschliches Handeln, gebrochen in der eigenen Endlichkeit, lebt in der Hoffnung von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi. Fehler machen zu dürfen, prägt evangelische Gewissheit.

THESE 3: Die Hoffnungszusage in Jesus Christus bildet die konstruktive
Basis für die christliche Zukunft in der Welt.
Transparenz und gerechtes Handeln prägen den evangelischen
Gestaltungswillen.

Alles ist möglich, aber nicht alles ist zuträglich.
THESE 4: Kirche ist Menschenwerk und bedarf der Zuversicht Gottes.
Nichts ist ewig. Deshalb planen und gestalten wir evangelische Kirche.

THESE 5: Gottes Zuversicht artikuliert sich in der menschlichen
Ambivalenz zwischen Bangen und Hoffen.
Nichts ist sicher. Deshalb planen und gestalten wir nur
revisionsfähige Zukunft.

THESE 6: Kirche ist innerweltliche Aufgabe Gottes für Christinnen und
Christen, sich Form, Struktur und Inhaltsschwerpunkte zu geben.
Nichts ist stabil. Deshalb planen und gestalten wir Kirche öffentlich,
strategisch und nachvollziehbar.

Weg, Wahrheit, Leben.
THESE 7: Das Handeln Gottes befreit aus menschlichem Bangen; gibt Kraft,
Mut und Hoffnung.
Neue Strukturen können, dürfen, müssen erprobt und bewertet werden,
bevor sie in der Fläche umgesetzt werden. Strategien sind revisionsfähig.

THESE 8: Menschliches Handeln gelingt und misslingt im Horizont der
Zuversicht Gottes.
Zukunftsmodelle müssen, dürfen, können an- und aufregen. Ihre eigene
Revisionsfähigkeit leitet Kirchenleitungen, Kommissionen und
Projektgruppen.

THESE 9: Wahrnehmung der Welt ist Voraussetzung für die Gestaltung der
Zukunft.
Wirklichkeiten dürfen, müssen, können mittels empirischer Methoden
erfasst und analysiert werden, um Zukunftsmodelle zu entwickeln. 

THESE 9,5: Im Glauben die Zukunft gestalten.

 

 

Pressemitteilung als PDF

 

ESG in Deutschland

ESG-Deutschlandkarte

Bundes-ESG-Newsletter

hier abonnieren | Archiv